Johann Schneider-Ammann
«Vertrauen verträgt keine Halbheiten.»
TEXT: HANS-UELI TSCHANZ
PHOTOS: RAPHAEL FAUX
Kaum einer verkörpert das Schweizer Milizsystem mehr als Johann Schneider-Ammann: Unternehmer, Wirtschaftsförderer, Gebirgstruppen-Kommandant, National- und später Bundesrat. Auf allen Ebenen hat er nach eigenen Worten «alles gegeben und vieles zurück erhalten». 2018 ist er nach acht Jahren als Mitglied der Landesregierung von der grossen Bühne abgetreten. Sein Departement umfasste jene Pfeiler, die ihm stets besonders am Herzen lagen: Wirtschaft, Bildung und Forschung. Im Gespräch mit «Gstaad my Love» blickt er zurück und nach vorne auf eine Welt, «die schneller dreht als je zuvor». Und mit Stolz sagt er, weshalb er heute zwar Ehrenpräsident der jahrzehntelang von ihm geführten Ammann-Gruppe ist, sich aber nicht mehr ins Geschäft einmischt: «Die Jungen haben nach meinem Rücktritt alles richtig gemacht!» Wenn er um Rat und Tat gefragt wird, steht er bereit. Aber das Wichtigste ist, dass er das Familienunternehmen mit weltweit 5000 Mitarbeitenden bei der jetzt aktiven Generation in besten Händen weiss. Mit dem Saanenland ist er nicht nur als Berg- und Schneesportler verbunden. Ihm gehört auch das Hotel Alpenland in Lauenen. Ein Bijou, in das er sich mit seiner Frau Katharina auf den ersten Blick verliebt hat.
Ihr Namensvetter, der Sprachpapst Wolf Schneider, hat einmal gesagt: «Schlagzeilen müssen schlagen.» Wie würden Sie, obwohl Sie Schlagzeilen nicht lieben, ihren Wirkungskreis auf drei Wörter reduzieren?
Wenn es drei sein müssen, wären es wohl Berge, Baumaschinen und Bundeshaus. Aber noch besser wäre ein viertes B.
Welches?
Bescheidenheit. Der beste Chef steht auf verlorenem Posten, wenn er nicht auf seine Leute zählen kann. Wilhelm Tell sagt zwar: «Der Starke ist am mächtigsten allein.» Aber Schiller hat weit gescheitere Sätze geschrieben als diesen. Und wohl auch solche, die besser zur Schweiz passen.
Bleiben wir zunächst bei den Bergen, den Baumaschinen und dem Bundeshaus. Welches dieser Bs ist Ihnen am wichtigsten?
Die Berge! Die Berge bringen einem alles bei. Sie verzeihen nichts. Und doch gehören sie zum Schönsten, Gewaltigsten, Beständigsten. Als militärischer Bergführer und Jugend- und SportTourenleiter (J+S) habe ich im Leben gelernt, Lagen zu beurteilen und Entscheide zu treffen, bei denen es um alles oder nichts geht. Dass es Dinge gibt, die man beeinflussen kann, und andere, denen man ausgesetzt ist. Das Wetter zum Beispiel, der Sauerstoff oder das Tageslicht. Und auch, dass je nach Situation Umkehren nicht Feigheit bedeutet, sondern Grösse. Berge und Bescheidenheit sind Zwillinge. Das hat mich geprägt.
Berge als Trainingslager für höhere Aufgaben also. Ein Rezept für die Politik?
Ich will die Parallelen nicht strapazieren. Ein guter Bundesrat muss nicht ein guter Bergsteiger sein. Und gute Bergsteiger sind nicht automatisch gute Bundesräte. Aber eine gute Konstitution nützt schon. Bundesrat ist man ja nicht zu Bürozeiten. Bundesrat ist man rund um die Uhr. Allein in meinem letzten Amtsjahr habe ich neben all den Tages- und Regierungsgeschäften Deutschland, Nigeria, Belgien, Südamerika, Frankreich, Zentralasien, Italien, China, Polen, Bali und die USA bereist, um bestmögliche Handelsbeziehungen zu erreichen. Das sind nicht einfach Reisen, das ist ein durchgetakteter Verhandlungsmarathon nach dem anderen. So was geht schon an die Kraftgrenzen. Und da ist es gut, wenn man sie kennt.
Wenn wir schon dabei sind, bleiben wir noch beim B wie Bundeshaus: Sie waren Bundesrat und Bundespräsident. Mehr geht nicht in der Schweiz. Hebt man da nicht ab, an den Hebeln der Macht?
Macht ist ein grosses Wort. Vor allem in der Schweiz. Unser System teilt die Macht auf, wo es nur kann: Sie liegt nie nur in einer Hand. Der Bundesrat entscheidet als Kollegium. Allein schon diese gemeinsame Verantwortung aller für alles schränkt die Macht der einzelnen Mitglieder verglichen mit ausländischen Präsidialmodellen stark ein. Dann hat das Volk mit Initiative und Referendum starke Instrumente, um der Regierung Beine zu machen oder um sie zu bremsen. Und der Föderalismus sorgt dafür, dass viel Entscheidungsmacht bei den Kantonen und Gemeinden liegt.
Im internationalen Vergleich also weniger Machtfülle?
Ja und nein. Ja, wenn man die Machtfülle und das Prestige ausländischer Regierungen anschaut. Nein, wenn man berücksichtigt, dass wir nur sieben Ministerien haben. Deutschland hat 14, Frankreich 16 und Italien gar deren 23. Das zersplittert den Einfluss der einzelnen Ministerinnen und Minister natürlich. Oder nehmen wir die Amtszeit, die wichtig ist, wenn man gestalten will. Bei uns sind es oft drei oder mehr Legislaturen. In meiner Regierungszeit hatte Italien sieben (!) Regierungschefs und somit sieben Regierungswechsel. Das verschiebt die Macht stärker zur Verwaltung als bei uns.
Oft hört man, sieben Regierungsmitglieder seien zu wenig, und jährlich wechselnde Präsidenten seien zu schwach…
Sieben ist eine gute, eine übersichtliche, eine handhabbare Zahl. Je mehr Mitglieder, desto weniger Gewicht hat die einzelne Stimme. Je mehr Departemente, desto aufgeblähter wird der Apparat dahinter. Je mehr Ansprechpartner, desto komplizierter wird die Kommissionsarbeit im Parlament. Wichtig ist, dass die wählerstärksten Parteien vertreten sind, dass das Kollegialprinzip funktioniert und dass es keine Machtgefälle innerhalb des Bundesrats gibt. Starke und längerfristig installierte Präsidenten in Ehren, aber das würde ein ganz anderes System bedeuten. Es gibt gegenwärtig genügend Probleme zu lösen, da würde ich nicht noch neue dazu erfinden.
Zur «vierten Gewalt», den Medien. Der deutsche Philosoph und Publizist Richard David Precht hat die Macht der Medien in seinem neulich erschienenen Buch analysiert. Haben Sie diese Gewalt als Magistrat auch zu spüren bekommen?
Natürlich. Und das ist auch gut so. Medien gehören zur Demokratie, auch unangenehme Medien. Sie bringen Themen auf, führen Diskussionen weiter und setzen Kontrapunkte. Solche Marktplätze freier Meinungen ermöglichen eine breite Teilnahme an der Politik. Natürlich findet man sich als Politiker nicht immer so dargestellt, wie man es sich erhofft. Aber einstecken zu können, gehört dazu – und insgesamt gleichen sich Zustimmung und Kritik aus. Was mir mehr Sorge bereitet, ist das Spiel mit Indiskretionen: Wenn sich Akteure aus dem Regierungsumfeld einen Meinungsvorteil verschaffen, indem sie im Vorfeld von Entscheiden das Klima beeinflussen, Amtsgeheimnisse verletzen oder ausgewählten Medien vertrauliche Unterlagen zutragen. Das führt letztlich zu schlechteren Entscheiden. Deshalb habe ich solche Spiele, zu denen ja immer zwei gehören, nie mitgespielt.
Johann Schneider-Ammann zu Gast bei Barack Obama im Weissen Haus, mit Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel an der CeBIT in Hannover und in China zusammen mit dem Präsidenten Xi Jinping.
Wird nicht mit schlechter Presse bestraft, wer «solche Spiele» nicht mitmacht?
Vielleicht. Aber inszenierte Schlagzeilen haben kurze Beine. Die Schweiz ist nicht auf Applaus gebaut, sondern auf Gradlinigkeit. Das gilt nicht nur für die Politik. Das gilt auch für die Wirtschaft und für die Gesellschaft als Ganzes, also auch für die Medien. Am Ende zählt, was man geleistet hat.
Sie sagen «System» und packen damit gleich auch die Politik und die Gesellschaft unter einen Hut…
…genau! Das ist eine der ganz grossen Stärken der Schweiz: Es gibt keine Distanz zwischen dem Staat und der Gesellschaft. Wir haben kein Berufsparlament. Unsere Gesetzgeber sind berufstätige Bürgerinnen und Bürger. Volksferne Elfenbeintürme sind uns fremd. Wir haben auch keine Berufs-, sondern eine Milizarmee und Tausende Vereine werden ehrenamtlich geführt. So übernehmen alle nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für das Ganze. Ohne diese Mehrfachnutzung von Stärken ginge es nicht.
Ein Plädoyer für mündige Bürger also. Doch geht dieser Sinn für das Milizprinzip im Trubel des Zeitgeists nicht verloren?
Vielleicht punktuell, aber sicher nicht flächendeckend.
Im Parlament stellen wir allerdings vermehrt eine Quasi-Professionalisierung fest. Von der Uni via Parteisekretariat direkt zum politischen Mandat, von dem man dann abhängig ist. Aber das müssen Ausnahmen bleiben. Denn die Schweiz kann sich gar nicht leisten, das Milizprinzip zu unterschätzen. Unser Land ist zu klein dafür und die Ressourcen zu knapp. Wir können die Wirtschaft, die Politik, die Armee und zahlreiche Institutionen nur dann mit ausreichend Kompetenz versorgen, wenn das Wissen in verschiedenen Kreisläufen zirkuliert und das Können mehrfach genutzt wird. Über Erfolg oder Nichterfolg entscheiden alle, nicht nur eine Elite.
Sie selber haben das ja auf allen Stufen vorgelebt: als hoher Offizier, Parlamentarier, Regierungsmitglied, Unternehmer und Verbandsmitglied. Doch mit der Wahl zum Bundesrat wurde aus dem eingefleischten Milizler ein Berufspolitiker. War damit das Kapitel «B wie Baumaschinen» abgeschlossen?
… ja, das musste sein. Als Bundesrat hat man eine andere Funktion. Primär muss man unabhängig sein. Keine eigenen Interessen im Spiel haben. Also habe ich mich vollständig aus dem Geschäftsleben zurückgezogen, die Aktien verkauft und die Verantwortung für die Ammann-Gruppe mit ihren 23 Firmen abgegeben. Das war ein gewaltiger Schritt und alles andere als leicht, denn emotional bleibe ich natürlich mit dem Geschäft verbunden.
Nur emotional?
Wie gesagt, Distanz muss sein. Das Geschäft mit Baumaschinen und Erdbewegung beruht auf langfristigen Geschäftsbeziehungen. Also auf Vertrauen. Und Vertrauen verträgt keine Halbheiten. Also musste mein Schritt zurück ein konsequenter Schritt sein, der unmissverständlich zeigte, dass der Stab nicht nur pro forma an die nächste Generation übergeben wurde. Das ist geglückt. Heute führt mein Sohn Hans-Christian das Unternehmen, und das höchst erfolgreich. Auch meine Tochter Daniela trägt als Vizepräsidentin der Avesco AG, die zur Ammann-Gruppe gehört, die Familientradition weiter. Sie werden von Christoph Michael Ammann, ihrem Cousin, tatkräftig unterstützt. Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass die Jungen alles richtig gemacht haben.
Als Bundesrat blieben Sie Ihren Kernanliegen treu: Wirtschaft, Bildung und Forschung. Ihren Einsatz für den Forschungsstandort hat die Universität Bern mit dem Ehrendoktortitel gewürdigt.
Natürlich ist eine solche Anerkennung ehrenvoll. Denn sie betrifft das, was mir stets am wichtigsten war: Jobs für alle und ein Bildungssystem, das niemanden zurücklässt. Im Departement gab es zu diesem Ziel vier Prioritäten.
Welche?
Erstens nicht bloss gute Rahmenbedingungen, sondern auch echte politische und gesellschaftliche Wertschätzung für die über 600000 Schweizer Unternehmen. Sie sind unsere Erfolgsgaranten. Zweitens ein umfassendes Netz von Freihandelsabkommen. Ohne dieses kann eine Exportnation nicht erfolgreich sein. Drittens Hochschulen auf internationalem Spitzenniveau. Denn die Wissenschaft steht nie still. Deshalb habe ich mich so für die Teilnahme am Forschungsprogramm «Horizon 2020» eingesetzt. Und viertens die Berufsbildung. Da sprechen wir von 270 Berufen und von der Privatwirtschaft, die aus eigener Kraft und ohne staatliche Entschädigung Verantwortung für die Berufsbildung übernimmt. Das ist einzigartig. Die Bildung hätte es verdient, das fünfte B zu sein. Denn das duale Bildungssystem ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem sich die Berufswelt und die akademische Welt auf Augenhöhe treffen.
Sie sind nicht mehr im Amt. Und doch werden Sie Wünsche an die Adresse der Politik haben. Welche?
Sie sagen es: Ich bin nicht mehr im Amt. Es wäre ein schlechter Stil, den eigenen Nachfolgern quasi aus dem «Off» Ratschläge zu pendenten Dossiers zu erteilen. Wichtig ist einfach, dass sich nicht nur die Politik, sondern alle auf das besinnen, was es braucht, dass die Schweiz bleibt, was ich jeweils «un petit paradis» nenne.
Und, was braucht es?
Wieder mehr B wie Bescheidenheit!
An wen denken Sie da?
Wir sind ja gerade dabei, den 175. Geburtstag unserer Verfassung zu feiern. Sie ist ein Meisterwerk. Als sie 1848 geschrieben wurde, war die Schweiz mausarm – ein Auswanderungsland. Es gab keine Schulpflicht, dafür Kinderarbeit – keine Sozialwerke, dafür den Zwölfstundentag. 1848 war der Start zum Aufbruch. Nicht Stillstand hat uns stark gemacht, sondern stete Veränderung und Offenheit. Wir verdienen jeden zweiten Franken im Ausland, also müssen wir international bei den Besten sein. Oder noch besser. Wir sind klein, haben keinen Meeranstoss und kaum Rohstoffe. Also müssen wir innovativer sein und leistungsbereiter. Souverän ist, wer durch Kompetenz überzeugt. Und wir müssen, wie nach 1848, im eigenen Haus wieder mehr kitten und weniger spalten. Das gilt für die Politik ebenso wie für die Sozialpartnerschaft. Beide sind da, um Lösungen zu finden und nicht, um sie zu blockieren. Die DNA
der Schweiz ist pragmatisch, nicht ideologisch. Unser Staat ist nicht da, um beliebig Forderungen zu erfüllen.
Sondern?
Um die Voraussetzungen zu schaffen, dass wir Wohlfahrt erwirtschaften, Lebensqualität bieten und soziale Härten vermeiden können. Und um für Rahmenbedingungen zu sorgen, in denen sich Leistungswillige entfalten können. Unser Erfolg ist nicht in Stein gemeisselt. Dafür dreht die Welt mit mittlerweile 8 Milliarden Erdenbürgern zu schnell und zu erbarmungslos. Stehen wir also nicht mit dem Rücken zur Wirklichkeit und verlieren wir uns nicht in Illusionen.
Nach diesem Schlusswort nur noch eine letzte Frage. Es geht um etwas, das viele schon lange wissen möchten. In Ihrer Abschiedsrede als Bundesrat haben Sie gesagt, dass sie auf die Frage nach Ihrem Lieblingsmöbel sicher nicht Rednerpult sagen würden..
…das ist es tatsächlich nicht.
Was dann?
Schon eher ein runder Tisch, um den man sitzen und miteinander diskutieren kann. Oder das Gestell, in dem meine Golfschläger darauf warten, dass es auf die nächste Runde geht. Am liebsten im Saanenland und über alle 18 Löcher.
Johann Schneider-Ammann, wir danken Ihnen für das
Gespräch!
Johann Schneider-Amman
Johann Schneider-Ammann war von 2010–2018 Mitglied der Schweizer Landesregierung und stand dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung vor. 2016 war er Bundespräsident. Vor seiner Wahl zum Bundesrat vertrat er die FDP Schweiz während zwölf Jahren im Nationalrat. Als Unternehmer hat der ETH-Elektrotechnik-Ingenieur von 1987–2010 als Präsident der Gruppenleitung und von 1990–2010 auch als Präsident des Verwaltungsrats die Ammann-Gruppe geführt, ein weltweit im Investitionsgüter-bereich tätiges Familienunternehmen. Hinzu kamen weitere Verwaltungsratsmandate, wie bei der Swatch Group und der Mikron Holding AG sowie unter anderem das Präsidium des Branchenverbands Swissmem, das Vizepräsidium im Wirtschafts-Dachverband Economiesuisse und die Mitgliedschaft im Vorstand des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. In der Armee kommandierte er zuletzt das Gebirgsinfanterie Regiment 17 im Rang eines Obersten im Generalstab.
Johann Schneider-Ammann
“Trust does not tolerate half measures”
Hardly anyone embodies the Swiss system of part-time public service more than Johann Schneider-Ammann: entrepreneur, promoter of economic development, mountain troop commander, National Councillor and later Federal Councillor. At all levels, in his own words, he “gave it his all and got a lot in return.” In 2018, after eight years as a member of the Swiss government, he left the big stage. His department included those pillars that were always close to his heart: the economy, education and research. In an interview with “Gstaad my Love”, he reflects on the past and takes a look forward to a world that is “moving at a faster pace than ever before”. And he proudly explains why although he is currently the honorary president of the Ammann Group, which he managed for decades, he no longer interferes in the running of the business: “The young ones got everything right after my resignation!” He is happy to provide any help and advice. However, the most important thing is that he knows the family-owned company with 5,000 employees worldwide is in the best of hands with the current generation. Not only does he have connections with the Saanenland as a mountaineer and snow sports athlete, but he also owns the Hotel Alpenland in Lauenen – a gem he and his wife Katharina fell in love with at first glance.
Johann Schneider-Ammann
«La confiance ne supporte aucune demi-mesure»
Rares sont ceux qui incarnent mieux le système de milice suisse que Johann Schneider-Ammann: entrepreneur, acteur de la promotion économique, commandant des troupes de montagne, conseiller national puis, plus tard, conseiller fédéral. Il a, selon ses propres termes, «tout donné et beaucoup reçu en retour», à tous les niveaux. En 2018, après huit ans passés au sein du gouvernement national, il a quitté la grande scène. Son département comprenait alors ces piliers qui lui ont toujours particulièrement tenu à cœur: l’économie, la formation et la recherche. Dans un entretien avec «Gstaad my Love», il jette un regard rétrospectif et prospectif sur un monde qui «tourne plus vite que jamais». Et c’est avec fierté qu’il raconte pourquoi, bien qu’il soit président honoraire du groupe Ammann qu’il a dirigé pendant des décennies, il ne s’immisce plus dans les affaires: «Après que je me sois retiré, les jeunes ont fait tout juste!» Quand on lui demande des conseils, il est prêt à agir. Mais le plus important pour lui est de savoir qu’avec la génération active maintenant, l’entreprise familiale, qui compte 5000 collaborateurs dans le monde entier, est entre de bonnes mains. Amateur de montagne et de sports d’hiver, il a un lien fort avec le Saanenland. Et ce également parce que l’hôtel Alpenland de Lauenen lui appartient. Un petit bijou dont sa femme Katharina et lui sont tombés amoureux dès qu’ils l’ont vu.



















